„Iphigenie auf Tauris“ (Lausitzer Rundschau 1986)
In großartiger Leistung verkörpert Heidrun Bartholomäus diese Rolle einer starken, gefühlvollen Frau. Ihr vor allem gelingt es, die kunstvolle Sprache dieser prächtigen jambischen Versdichtung in Empfindungen zu übertragen. Welch Genuss, ihren sensiblen Monologen zu lauschen, die gleichsam Dialog des Verstandes mit dem Herzen sind. Dabei nimmt sich H.B. die Freiheit, ihre Priesterin selbstbewusst, ja, im Sinne unserer Zeit emanzipiert zu gestalten und kollidiert dabei an keiner Stelle mit aufklärerischer Beseeltheit.
Viola in „Was ihr wollt“ (Lausitzer Rundschau 1985)
Die Rolle der Viola scheint Heidrun Bartholomäus auf den Leib geschrieben zu sein. (Doch für welche Rolle ließe sich das dieser Darstellerin nicht nachsagen?)
Puck im „Sommernachtstraum“ (Berliner Morgenpost 1994)
Heidrun Bartholomäus als Puck vollführt einen gewagten Drahtseilakt, und es gelingt ihr, bei aller Übertreibung noch glaubhaft zu bleiben.
Kafka-Abend (Freie Presse 1991)
Die zierliche, kleine Heidrun Bartholomäus beeindruckte mit einer unwahrscheinlich wandlungsfähigen Stimme. Sie konnte sich die Seele aus dem Leib schreien, aber auch leise, fast zärtlich singen.
Johanna in "Komm näher" (Aviva 2006) Berührende Momente gelingen Mandys Mutter Johanna und ihrem Kontaktanzeigen-Date Andi (Fritz Roth), dem Bilderbuchtaxifahrer: Verlegen-steif, das ernste Anliegen einer Beziehungsaussicht, der panischen Suche nach Gemeinsamkeiten quasi auf der Stirn blinkend, sind Johanna und Andi die blanke ungeschönte Grundkonstellation unser aller Illusionen und Wünsche rund um die Liebe. Die Verletzlichkeit und der Wunsch nach Nähe ist bei diesem Paar, das weder lärmt noch schweigt, sondern ganz durchschnittlich Konversation vorantreiben will, so evident und tragikkomisch real, dass man manchmal gar nicht hinsehen kann.
Moshammeroper -Berühmt wie das Wetter in der Burg Beeskow (Ruth Buder im November 2008)..Unterstützt von der stimmgewaltigen Sängerin und Schauspielerin Heide Bartholomäus und dem Komponisten und Pianisten Hannes Zerbe am Flügel und Keyboard brachte Ralph Hammerthaler den komisch-tragischen Stoff auf die Bühne...In knapp einer Stunde wurde der vollständige Operntext wiedergegeben. Im Monolog und Dialog, im Wechselspiel der Rollen erwies sich Heide Bartholomäus äußerst wandlungsfähig - als Wahrsagerin, als Klatschkolumnistin, als Bengel und Engel und gar als Moshammers Hündchen Daisy, dessen grandioses Gekläff das Publikum zu einem spontanen Zwischenapplaus hinriss...